Biologie-Schule.de
Das Nachschlagewerk für Biologie
Informationen zum Korallenriff:
Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und empfindlichsten Ökosystemen der Welt. Die Unterwasserstrukturen der Korallenriffe bestehen aus
Calciumcarbonat, das über viele Tausende von Jahren von den Korallen eingelagert wurde.
Korallen sind sogenannte sessile Nesseltiere, d.h. sie können sich nicht bewegen und sind deshalb fest an ihren Standort gebunden. Als Nahrung dient in erster Linie aus dem Wasser
gefiltertes Plankton. Doch noch weitaus wichtiger für die Nahrungsaufnahme ist die symbiotische Beziehung (Symbiose) zwischen Alge und Koralle. Auf den Korallen sitzen
einzellige Algen (Zooxanthellen). Während die Korallen einen sicheren Lebensraum für die Algen bieten, liefern die Algen im Verlauf der Photosynthese für
die Koralle Glucose.
Nahezu alle Korallenarten kommen lediglich im Bereich der tropischen Breitengrade vor, weil nur dort ideale Bedingungen herrschen. Temperaturen zwischen 20*C und 30*C, sauberes Wasser und viel
Sonnenlicht (Photosynthese für die Algen) sind für das Wachstum der Korallen zwingend notwendig. Bereits eine leichte Abweichung von den Idealbedingungen kann zu einem schnellen Absterben führen.
Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Typen von Korallen: Weichkorallen und Steinkorallen. Letztere sind für die Entstehung der Korallenriffe verantwortlich. Beim Wachstum der Korallen lagern diese
stetig Kalk (Calciumcarbonat) ein. Stirbt eine Koralle, bleibt ihr Kalkskelett übrig und wird von einer jungen Koralle überwachsen. Mit den Jahrhunderten wachsen Korallenriffe so zu imposanten
Gebilden heran.
Tiere im Korallenriff
Der große Artenreichtum der Korallenriffe ist mit dem des tropischen Regenwald vergleichbar. Keine anderen Ökosysteme
verfügen über eine derart hohe Zahl von unterschiedlichen Tierarten. Folgend ein kleiner Auszug von einigen Tieren aus den Korallenriffen:
Fische: mehr als 1000 verschiedene Fischarten
Nesseltiere: Korallen und Quallen
Krebstiere: Krabben und Krebse
Stachelhäuter: Seeigel und Seesterne
Weichtiere: Muscheln, Schnecken und Tintenfische
Das Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist das größte Korallenriff der Erde. Mit einer Größe von mehr als 200.000km² auf einer Länge von mehr als 2000km ist das Riff inetwa so groß wie Großbritannien. Dabei musste das Great Barrier Reef Schätzungen zufolge bereits zwischen 30 und 50% seiner ursprünglichen Größe in den letzten 50 Jahren einbüßen. Schuld sind neben anthropogenen (vom Menschen verursacht) Einflüssen wie Wasserverschmutzung, Fischerei, Ölpest besonders die Erderwärmung. Wird das Wasser nur einige wenige Grad wärmer, beginnen die Algen auf den Korallen mit der Produktion von Giften. Die Korallen stoßen die Algen dann ab. Zurück bleibt nur das weiße Kalkskelett, weshalb dieses Phänomen auch unter dem Begriff der Korallenbleiche bekannt ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Korallen zwar noch nicht tot, aber in ihrem Lebenszyklus deutlich eingeschränkt, da ihnen von nun an die Nährstoffe fehlen, die ihnen von den Algen zur Verfügung gestellt werden. Sofern sich keine neuen Algen auf den Korallen ansiedeln, sterben diese nach einigen Wochen ab.
Zusammenfassung
Weiterführende Links