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Die Wasserspinne - Steckbrief

Steckbrief

Name: Wasserspinne
Weitere Namen: Silberspinne
Lateinischer Name: Argyroneta aquatica
Klasse: Insekten
Größe: 0,8 - 1,5 cm
Gewicht: ?
Alter: unbekannt
Aussehen: dunkelgelb bis bräunlich
Geschlechtsdimorphismus: Ja
Ernährungstyp: Insektenfresser (insektivor)
Nahrung: Wasserinsekten, darunter Flohkrebse, Wasserasseln und Wassermilben
Verbreitung: Europa, Asien
ursprüngliche Herkunft: unbekannt
Schlaf-Wach-Rhythmus: tagaktiv
Lebensraum: bevorzugt Flachgewässer (Seen und Moore) und Uferregionen
natürliche Feinde: Raubfische
Geschlechtsreife: unbekannt
Paarungszeit: unbekannt
Eiablage: 50 - 100 Eier
Verhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Ja (Status: stark gefährdet)

Weitere Steckbriefe von Tieren findest du im Tierlexikon.

Interessantes über die Wasserspinne

  • Die Wasserspinne oder Argyroneta aquatica beschreibt eine zu den Gebirgstrichterspinnen gezählte Spinnenart. Sie ist der weltweit einzige ausschließlich wasserlebende Vertreter dieser Ordnung.
  • Die Wasserspinne ist in Nord- und Mitteleuropa sowie weiten Teilen Ostasiens bis nach Japan beheimatet. Dort bewohnt sie stehende Gewässer wie Seen, Moore und Teiche, die einen hohen Pflanzenwuchs sowie eine gute Wasserqualität aufweisen und das ganze Jahr über Wasser führen. Gelegentlich siedelt sie sich auch in Gartenteichen an.
  • Dank ihrer stark verzweigten Tracheen und dem dichten zweilagigen Pelz, der aus gefiederten Haaren besteht, ist sie an ihre Lebensweise unter Wasser perfekt angepasst.
  • Die Wasserspinne ist zwischen acht und fünfzehn Millimeter lang, wobei die Männchen deutlich größer sind als die Weibchen. Dies ist für Webspinnen ungewöhnlich, da in der Regel die Weibchen größer sind als die Männchen.
  • Männliche Wasserspinnen sind beige bis gelblich gefärbt und besitzen dunkelrote Beine. Die Weibchen hingegen sind dunkelbraun gefärbt.
  • Beide Geschlechter besitzen schwarze, nur wenige Millimeter lange und sehr spitze Giftklauen, die in der Lage sind, in die menschliche Haut zu dringen.
  • Der Biss einer Wasserspinne ist für den Menschen unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Die Schmerzen lassen sich mit jenem nach einem Wespenstich vergleichen. Nur selten kommt es bei Kindern oder geschwächten Personen zu allergischen Reaktionen, die eine ärztliche Behandlung notwendig machen.
  • Da Wasserspinnen aufgrund ihrer Lebensweise so gut wie nie mit Menschen in Berührung kommen, sind Bisse äußerst selten.
  • Wasserspinnen legen unter Wasser mehrere glockenförmige, zwischen den Wasserpflanzen befestigte Netze an.
  • Um diese mit Luft zu füllen, muss sich die Wasserspinne von Zeit zu Zeit an die Oberfläche bewegen. Die Luft haftet an ihrem Unterleib und ist als silbrig glänzende Blase zu erkennen.
  • Unter Wasser bewegen sich Wasserspinnen am Rücken schwimmend fort.
  • Jede der Unterwasserglocken erfüllt eine andere Funktion. So legt die Wasserspinne Wohnglocken an, in denen sie sich aufhält und im Sommer paart. Ernährungsglocken dienen der Aufbewahrung und dem Verzehr von Beute.
  • In der kalten Jahreszeit hält die Wasserspinne in einer Überwinterungsglocke Winterstarre.
  • In der Wohnglocke der Weibchen findet im Sommer die Paarung statt. Die Männchen werden von den Weibchen nicht gefressen, sondern bleiben nach der Paarung noch einige Zeit in deren Gesellschaft.
  • Die Weibchen legen etwa hundert Eier in ihre Eiglocke, die sie anschließend bewachen und mit Luft versorgen. Die Jungspinnen bleiben auch nach dem Schlüpfen noch einige Wochen in der Obhut der Mutter.
  • Wasserspinnen sind Räuber, die sich von verschiedenen Wasserinsekten, Larven und kleinen Krebsen ernähren. Sie dienen ihrerseits verschiedenen wasserlebenden Käfern und Asseln als Nahrungsquelle.