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Der Luchs - Steckbrief

Steckbrief

Luchs Name: Luchs
Weitere Namen: Eurasischer Luchs
Lateinischer Name: Lynx
Klasse: Säugetiere
Größe: 80 - 120cm
Gewicht: 15 - 30kg
Alter: 4 - 5 Jahre
Aussehen: beige, hellbraun, grau
Geschlechtsdimorphismus: Ja
Ernährungstyp: Fleischfresser (carnivor)
Nahrung: Hase, Wildschwein
Verbreitung: Nördliche Halbkugel (Eurasien)
ursprüngliche Herkunft: unbekannt
Schlaf-Wach-Rhythmus: dämmerungs- und nachtaktiv
Lebensraum: unspezifisch
natürliche Feinde: Braunbär, Wolf
Geschlechtsreife: ab dem dritten Lebensjahr
Paarungszeit: März - April
Tragzeit: 65 - 75 Tage
Wurfgröße: 2 - 4 Jungtiere
Sozialverhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Nein

Weitere Steckbriefe von Tieren findest du im Tierlexikon.

Interessantes über den Luchs

Luchs

  • Die Luchse beschreiben eine vier Arten umfassende Gattung innerhalb der Katzen, die auf der gesamten nördlichen Halbkugel vertreten sind.
  • Luchse besitzen ein Fell, das von beigefarben über hellbraun und grau erscheinen und einfarbig oder gefleckt sein kann. Durch die unauffällige Färbung sind sie in ihren Lebensräumen perfekt getarnt. Gemeinsam ist allen Luchsen die schwarze Spitze ihres Stummelschwanzes und die Haarpinseln an den Ohren. Es wird vermutet, dass die Ohrenpinsel den Tieren als Antennen dienen, um genau festzustellen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt.
  • Auch der ausgeprägte Backenbart des Luchses erfüllt dabei vermutlich eine wichtige Funktion, da er wie ein Trichter den Schall abfängt.
  • Durch ihre hohe Sehkraft können Luchse ihre Beute auf Distanzen von bis zu dreihundert Metern deutlich erkennen.
  • Je nach Verbreitungsgebiet wird zwischen dem Kanadischen und dem Eurasischen Luchs sowie dem Rotluchs und dem Pardelluchs unterschieden. Auf welchem Kontinent sich die Gattung ursprünglich entwickelte, ist bis heute nicht erforscht.
  • Als größter Vertreter dieser Gattung gilt der Eurasische Luchs, der in der Vergangenheit in vielen Ländern Europas als ausgestorben galt. Durch intensive Bemühungen der Wiederansiedelung ist der Luchs heute wieder vermehrt in Wäldern der Pyrenäen und der Alpen anzutreffen und in vielen Gebieten Deutschlands, der Schweiz, Italiens sowie im skandinavischen und osteuropäischen Raum beheimatet. Weitere Verbreitungsgebiete des Eurasischen Luchses befinden sich in Russland, Tibet, Nordchina, der Mongolei sowie in Nordafrika.
  • Der Kanadische Luchs ist in Nordamerika beheimatet, wo er in vor allem Alaska, Kanada und den Rocky Mountains vorkommt. Der Pardellluchs ist als bedrohte Art in geringen Zahlen in Spanien und Portugal anzutreffen, der Rotluchs besiedelt bewaldete Zonen und Halbwüsten in Mittel- und Südamerika und dringt oft auch in Ballungszentren vor.
  • Je nach Art werden Luchse bis zu 120 Zentimeter lang und erreichen eine Schulterhöhe von maximal 65 Zentimetern, wobei die Männchen größer werden als die Weibchen.
  • Durch die etwas längeren Hinterbeine sind Luchse ausgezeichnete Sprinter. Um sich im Schnee schnell fortbewegen zu können, besitzen die in den kalten Zonen beheimateten Luchse auf den Pfoten dichte Fellpolster, die ein Einsinken verhindern.
  • Luchse sind nachtaktive Einzelgänger, deren Revier abhängig vom Nahrungsangebot bis zu hundert Quadratkilometer groß sein kann. Innerhalb ihres Reviers bewegen sich die Tiere auf den sogenannten Wechseln, den Pfaden, die sie immer wieder benutzen.
  • Mit Einbruch der Dämmerung beginnen Luchse mit der Jagd auf Säugetiere wie junge Wildschweine, Hauskatzen und Hasen, seltener auch Rotwild. Sie pirschen sich an ihre Opfer heran, überraschen sie bei der Nahrungsaufnahme und töten sie meist, indem sie sie gezielt in die Kehle beißen.
  • Jeder Luchs besitzt mehrere Unterschlupfmöglichkeiten, die er in Höhlen und Felsnischen findet und tagsüber zum Schlafen aufsucht.
  • Luchse haben in freier Wildbahn eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa fünf Jahren, in Gefangenschaft können sie dreimal so alt werden.

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